Hauptgründe seien zu wenig geeignete Sendestandorte
Die Einrichtung eines Drahtlosnetzes für den Internetzugang in der Berliner Innenstadt ist gescheitert. Wie Wirtschaftsstaatssekretärin Almuth Nehring-Venus heute im parlamentarischen Wirtschaftsausschuss sagte, habe trotz intensiver Bemühungen des Senats kein passendes Paket für Investoren erstellt werden können. Das WLAN-Netz sollte einen flächendeckenden Internet-Zugang ermöglichen. Einer der Hauptgründe seien zu wenig passende Sendemasten gewesen. "50 Prozent aller Berliner Laternen, die für Antennen geeignet gewesen wären, sind Gaslaternen", sagte die Staatssekretärin. Für ein Anbringen von WLAN-Antennen seien diese ungeeignet. Darüber hinaus würden gesonderte Stromzuführungen für Antennenstandorte zu teuer. "Angebote für private Netzbetreiber wären damit nicht attraktiv genug", sagte Nehring-Venus. Die Voruntersuchungen zum Berliner WLAN-Projekt hatten sich über mehrere Jahre hingezogen. Der Senat entscheidet morgen über das Vorhaben. Die Beschlussempfehlung der Senatsverwaltung für Wirtschaft sieht vor, die Pläne nicht weiter zu empfehlen. Als problematisch herausgestellt hat sich laut Nehring-Venus, dass etwa die Hälfte der Laternen mit Gas leuchtet und strombetriebene Sendeanlagen dort nicht angebracht werden könnten. Auch an Ampeln sei dies teils nicht möglich. Insgesamt waren 5000 Antennen geplant.
UMTS wird nach vier Jahren Planung der Vorzug gegeben
Vergangene Woche hatte ein Senatsspreche einen Bericht des Springer Konzerns über das Aus des geplanten Netzes dementiert. Das Aus wird auch damit begründet, dass inzwischen zahlreiche Nutzer unterwegs über das Handy ins Internet gehen und nicht mehr auf WLAN angewiesen sind. Die Übertragungsgeschwindigkeiten von UMTS und anderen Handy-Datennetzen sind seit Beginn der WLAN-Bemühungen vor vier Jahren deutlich gewachsen - zu immer günstigeren Pauschaltarifen. Berliner haben jedoch zahlreiche Alternativen zur mobilen Internet-Nutzung. So haben T-Mobile, Vodafone und o2 ihre Mobilfunknetze per HSDPA mit mindestens 3,6 MBit/s im gesamten Stadtgebiet aufgebaut, in zahlreichen Cafés, Restaurants und Hotels gibt es zudem WLAN-Hotspots, die entweder kostenlos oder kostenpflichtig genutzt werden können.
Quelle: Thorsten Neuhetzki mit Material von dpa und ddp
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